Die geografische Lage der nachfolgend aufgeführten Attraktionen ist auch der von Il Sentiero herausgegebenen Wanderkarte "Puntato 1:15000" zu entnehmen. Die meisten Sehenswürdigkeiten sind im Textteil der Wanderkarte enthalten. Beide stehen auf dieser Internetseite zum Download bereit.
Wanderkarte "Alpeggio Il Puntato"
Alm Il Puntato
Puntato (925 – 1170 m) ist eine Alm der
Dörfer Terrinca und Levigliani mit 75 ha terrassierten
Wiesen. Bauern und ihre Familien lebten hier seit
dem 17. Jahrhundert von Mai bis Oktober / November
für Gemüsewirtschaft, Kastanien- und
Viehwirtschaft. Die Kapelle SS. Trinità wurde 1678
fertiggestellt. Infolge der fortgesetzten Industrialisierung
nach dem 2. Weltkrieg und dem Bedarf nach
Arbeitern wurde die Alm im Sommer immer seltener
aufgesucht und war ab den 1970er Jahren vollständig
verlassen. Dennoch sind die meisten Häuser (die
meisten davon Ruinen) auf den Wiesen und in den
angrenzenden Wäldern heute noch zu erkennen.
weitere Informationen: www.il-sentiero.de, www.terrinca.it
Torbiera di Fociomboli
Die Torbiera ist das größte und höchstgelegene Feuchtgebiet der Apuanischen Alpen. Es ist umgeben von Buchenwald und bleibt dank einer undurchlässigen Bodenschicht das ganze Jahr über feucht. Besucher finden hier zahlreiche Orchideenarten und die fleischfressende Pflanze Pinguicola.
Position: Wanderweg 11 (Puntato > Passo Fociomboli)
Colle di Favilla
Dieses verfallene Dörfchen war ab dem späten 17. Jahrhundert eine Sommeralm, die sich nach den 1850er Jahren anders als die benachbarten Almen Puntato und Campanice zu einem ganzjährig bewohnten Dorf entwickelte. Bewohner der Umgebung zogen hierher, wo Bauland günstig war und die Wälder pachtfrei genutzt werden durften. Die meisten Einwohner waren Bauern, die sich in der Gemüsewirtschaft, Kastanienwirtschaft, Forstwirtschaft betätigten, Vieh hielten oder Köhlerei betrieben. Die Kirche S. Anna, ihr Kirchturm und der benachbarte Friedhof entstanden zwischen 1850 und 1870. Nahe dem Dorf im Valterreno-Tal wurde eine Kastanienmühle errichtet.
Heute ist es kaum noch vorstellbar, dass das Dorf in den 1920er Jahren über eine Schule, vier Gastwirtschaften und einen Tabakhändler verfügte. 1951 umfasste das Dorf 106 Wohneinheiten verteilt auf mehrere kleine Siedlungen. Ab 1952 setzte ein rascher Niedergang ein, weil dem Dorf verwehrt blieb, was zivilisiertes Leben nach dem 2. Weltkrieg andernorts angenehm machte: Elektrischer Strom und eine Autostraße. Zugleich ging die Nachfrage nach Kastanienprodukten zurück, während die Nachfrage nach Arbeitskräften in der Industrie stieg. In den 1970er Jahren verließen die letzten Einwohner das Dorf. Heute dienen einige zentral gelegene Gebäude als Wochenendhäuser.
Position: N 44° 03.029 E 10° 18.565
Cava Gufonaglia
Dieser kleine Marmorsteinbruch nahe dem Rifugio Il Robbio eröffnete 1975, um Cipollino Cremo Tirreno Marmor zu gewinnen. Marmor dieses Steinbruchs fand u.a. Verwendung für U-Bahnhöfe in Neapel und den Palazzo Chigi in Rom. Von Puntato kommend sind rechterhand noch alte Umlenkrollen erkennbar, die die Seilführung für die Marmorsägen übernahmen.
Position: N 44° 03.404 E 10°
18.043
weitere Informationen: www.marmiapuane.info
Isola Santa
Das antike Dorf Isola Santa verdeutlicht, wie ein
verlassenes Dorf für touristische Zwecke wiederbelebt
werden kann. Das Dorf geht auf ein altes
Krankenhaus im 13. Jahrhundert zurück. Mitte des
20. Jahrhunderts erreichte die Provinzstraße das Tal
und ermöglichte im Jahr 1949 den Bau des heutigen
Stausees. Der See entwickelte sich jedoch zum
Unglücksbringer, da er den Boden aufweichte und
mehrere Häuser abzurutschen drohten. Alle Gebäude
wurden bis in die 1970er Jahre verlassen.
Heute können alle Häuser als Ferienwohnungen
gemietet werden.
Position: N 44°
03.904 E 10° 18.753
weitere Informationen: www.garfagnana.it
Tana (Höhle) dell‘Omo Selvatico
Laut einer Sage lebte der wilde Mann (Omo Selvatico) einst in dieser Höhle. Er brachte den Almbauern als Dank für deren Gastfreundschaft einst bei, wie sie Butte, Käse und Ricotta aus Milch herstellen können. Tat es, kehrte in die Höhle zurück und ward nie mehr gesehen. Der Höhleneingang ist ein schmaler, steiler Tunnel am Fuße eines hohen Felsens. Die Höhle ist 1,8 km lang und überbrückt einen Höhenunterschied von 287 m. Sie ist nur für Speläologen zugänglich.
Position: N
44° 02.343 E 10° 18.402
Wanderweg 128 (Puntato > Foce di Mosceta)
Borra di Canala
Borra di Canala ist eine beeindruckende alpine Felsenschlucht voller riesiger Steinblöcke an der Nordflanke des Paniamassivs, die zum Kamm des Pania hinaufführt.
Position: Wanderweg 139
Antro del Corchia
Antro del Corchia ist eine Besucherhöhle
von nationalem Interesse, die unter dem
M. Corchia liegt und zahlreiche Tropfsteine birgt.
Sie kann zu Fuß von Foce di Mosceta aus erreicht
werden. Es handelt sich um das größte bekannte
italienische Höhlensystem und überbrückt einen Höhenunterschied
von 1200 m. Touristen können 2 km
der über 60 km Höhlenlänge besuchen. Die Höhle ist
ganzjährig im Rahmen von Führungen zugänglich
(Anmeldung Tel. 0584 77 84 05, Foresteria del Parco).
weitere Informationen: www.parcapuane.toscana.it
Abisso Rodolfo Farolfi
Die unscheinbare Höhle ist Teil des Höhlensystems des Antro del Corchia. Ein mit einer Metallplakette markierter Einstieg zeigt an, wo Speläologen die Welt unter unseren Füßen betreten können.
Position: N 44° 02.477 E 10° 17.280
Cava Retrocorchia
Wegen andauernder Konflikte mit dem Umweltschutz war dieser Steinbruch nur zwischen 1982 und 1987 in Betrieb. Hier wurde Arabescato Marmor gewonnen (verspielte, linienreiche Struktur). Der Steinbruch bietet einen sehr guten Ausblick nach Norden auf Puntato und den Apennin.
Position: N 44° 02.255 E 10°
17.555
weitere Informationen: www.marmiapuane.info
Campanice
Campanice
ist eine Alm für die Dörfer Terrinca und
Levigliani. Die ersten Bauern siedelten sich hier im
16. Jahrhundert an, um Köhlerei zu betreiben. Die
Kapelle wurde 1734 fertiggstellt und 1997 restauriert.
Die Köhlerei ist bis ins 20. Jahrhundert hinein
nachgewiesen. Carbonaie, kreisrunde Plattformen
zum Aufschichten des Ofens, können noch heute im
Wald entdeckt werden. Von der Alm, ihren Häusern
und Ställen sind heute nur Ruinen übrig. Ordentlich
aufgereiht stehen sie hinter einer Buchsbaumhecke
am Wanderweg gegenüber Kapelle und Dorfwiese.
Position: N 44° 02.956 E 10° 16.586
Wanderweg 129 (Tre Fiumi > Passo Croce)
weitere Informationen: www.terrinca.it
Cava Le Tagliate
Die Cava Le Tagliate in Tre Fiumi ist bekannt für ihren markanten Eingangstunnel. Heute kann der stillgelegte Steinbruch auf eigene Gefahr begangen werden.
Sein Betreiber, Henraux s.p.a., ist die größte
Marmorgesellschaft Italiens und brach hier den
wertvollen Stein zwischen 1890 und 1995.
Die Gesellschaft geht auf Jean Baptiste Alexandre
Henraux zurück, einen französischen Soldaten
der napoleonischen Armee. 1821 gründete er im
benachbarten Seravezza eine Exportgesellschaft für
Marmor. Heute liefert das Unternehmen Marmor für
Kunst und Architektur in die ganze Welt.
Position: N 44° 03.505 E
10° 16.326
weitere Informationen: www.marmialpuane.info
Orto Botanico « Pietro Pellegrini »
Der drei Hektar große Garten liegt in Pian
della Fioba an der Straße von Arni nach Massa und
wurde 1966 gegründet. Er zeigt Pflanzen, die auf
dem felsigen Untergrund der Apuanischen Alpen
heimisch sind: in Buchen- und Kastanienwäldern
ebenso wie im Offenland. Der Garten umfasst auch
einen kleinen Tümpel für feuchtigkeitsliebende Gewächse.
Er ist geöffnet zwischen Mai und September
(9–13 Uhr und 15–19 Uhr, Eintritt frei, Tel. 0585
24 00 63 – APT Massa-Carrara).
Position: N 44° 03.450 E 10°
12.400
an der S.P. 13 Massa > Arni
weitere Informationen: www.parcoapuane.it/orto
Klettergarten « Falesia degli Uncini »
Eine breite Kletterwand aus Kalkstein mit 28 Routen im Schwierigkeitsgrad 5a bis 6c+ zieht nicht nur an warmen Sommerwochenenden Kletterer an die südwestlichen Ausläufer des Monte Altissimo. Dank der Südwestexposition der Wand ist es hier auch im Frühjahr und Herbst angenehm warm. Der Felsen ist nur wenige 100m von der Straße entfernt.
Position: N 44° 03.450 E 10° 13.150
an einer Wand des Monte Altissimo
Parkplatz N 44° 03.690 E 10° 13.020
an der S.P. 13 Massa > Arni
weitere Informationen: www.falesiaonline.it/...
Marmitte dei Giganti
Die "Töpfe der Riesen"
sind faszinierende in den Fels gewaschene
Wasserbecken in den Rinnen des Fosso di Fatonero
und Fosso dell‘Anguillara unter dem steilen Gipfel
des Monte Sumbra. Naturphänomene wie dieses
entstehen in steilen Tälern aus Sandstein oder -wie
in den Apuanischen Alpen- Kalkgestein. Gebirgsbäche
reißen Kies und Steine mit sich herab, die den
Felsgrund in den natürlichen Kreiselbewegungen
des Wassers abscheuern.
Die beeindruckenden glatten Auswaschungen hier
im Tal der Turrite Secca haben bis zu 6,60 m Durchmesser.
Die beiden Bäche enden nahe beieinander
an der Provinzstraße von Isola Santa nach Tre Fiumi.
Einige Becken sind von der Straße aus zu erkennen,
doch die meisten liegen weiter oben und sind nur
für geübte Alpinkletterer erreichbar.
Position: S.P. 13 Isola Santa > Arni
